Bille-Lotsen

Die Bille-Lotsen können eine wertvolle Unterstützung neuer Bewohnerinnen und Bewohnern in den ersten Monaten ihres Einzugs in eine Genossenschaftswohnung sein. Sie helfen dabei, sich im neuen Quartier zurechtzufinden, und erleichtern vor allem das Ankommen in der Nachbarschaft. Zudem vermitteln sie ein Verständnis für die besonderen Möglichkeiten und Chancen, die die Genossenschaft bietet. Bei uns stehen gegenseitige Unterstützung und gemeinschaftliche Aktivitäten im Mittelpunkt!

Jedes Mitglied hat Mitspracherechte und kann sich in Gremien einbringen.
Gemeinsam kümmern wir uns um ein sicheres, sauberes und freundliches Wohnumfeld.

Sprechzeiten

Jeden 1. Montag im Monat von 19:30 - 20:30 Uhr im Bergedorf-Bille-Treffpunkt Binnenfeldredder 40c

Sie möchten sich selbst als Bille-Lotse engagieren?

Wir freuen uns über Ihr Interesse. Melden Sie sich gerne bei uns. Sie erreichen uns per E-Mail unter 
billelotse@bergedorf-bille.de.

Mitglieder packen an: Bille-Lotsen starten im Quartier

Rund 30 Mitglieder kamen am 11. April 2026 im Treffpunkt am Binnenfeldredder zusammen. Vorgestellt wurde ein neues Projekt: die Bille-Lotsen. Dahinter stehen ehrenamtlich aktive Mitglieder, die – ganz im Sinne der genossenschaftlichen Selbsthilfe – andere im Quartier unterstützen wollen. Das Projekt soll Nachbarschaft, Orientierung im Quartier und den Austausch innerhalb der Genossenschaft fördern.

Bei Kaffee und Kuchen kamen die Teilnehmenden schnell ins Gespräch. Doch die Veranstaltung bot mehr als ein nachbarschaftliches Treffen: Aus vielen Ideen zum neuen Leitbild der Genossenschaft ist das Konzept der Bille-Lotsen entstanden. Neuzugezogene oder Nachbar*innen, die Fragen zur Genossenschaft haben, werden von anderen Mitgliedern ehrenamtlich unterstützt. 

Engagement aus der Nachbarschaft 
„Die Bergedorf-Bille ist eine große Genossenschaft mit fast 10.000 Wohnungen und rund 25.000 Mitgliedern“, sagte Vor stand Marko Lohmann zur Begrüßung. „Wir können nicht überall vor Ort sein.“ Umso mehr freue er sich über Mitglieder, die künftig als Lotsen im Stadtteil aktiv werden: „Ein großartiger Impuls, von solchen Aktivitäten lebt die Genossenschaft!“ Ihr Engagement sei zugleich eine Antwort auf die Frage, was eine Genossenschaft ausmache: mit anpacken, sich einbringen, Selbsthilfe leben. 

Für solche Initiativen stellt die Genossenschaft eigene Räume bereit: 17 Nachbarschaftstreffpunkte betreibt die Bergedorf-Bille-Stiftung. Geschäftsführerin Cornelia Springer-Fouad stellte deren Arbeit vor. Mehr als 100 Ehrenamtliche organisieren dort Angebote wie Spieletreffs, Kochgruppen oder gemeinsame Ausflüge. Neue Ideen sind jederzeit willkommen. Die Treffpunkte bieten nicht nur Raum für Begegnung, sondern auch die Möglichkeit, das eigene Wohnumfeld aktiv mitzugestalten.

Gemeinsam gegen Einsamkeit
Ein Schwerpunkt der Stiftung liegt auf der Mitwirkung im „Bündnis gegen Einsamkeit“. Auch die Bille-Lotsen verfolgen dieses Ziel. Initiator Berndt Breidenbach, Mitgliedervertreter und seit Jahren im Quartier Habermannstraße aktiv, berichtete von seinen Erfahrungen. Er gründete eine WhatsApp-Gruppe, informiert über Themen der Genossenschaft und organisiert gemeinsam mit seiner Frau nachbarschaftliche Treffen. Die Rolle der Bille-Lotsen beschreibt er klar: „Wir sind keine Mitarbeitenden der Genossenschaft, aber ansprechbar für Fragen im Alltag.“ 

Er habe stets ein „offenes Ohr“. Breidenbach kündigte regelmäßige Sprechstunden im Treffpunkt an und lud zum nächsten Treffen der Arbeitsgruppe Bille-Lotsen Ende April ein. Das Prinzip dahinter ist einfach: Mitglieder unterstützen Mitglieder – und jede und jeder kann Teil dieses Netzwerks werden.

Persönliche Stimmen aus dem Quartier 
Im Anschluss tauschten sich die Teilnehmenden weiter aus. Inge Fettin, 85, lebt seit 1964 in der Habermannstraße. Früher organisierte sie dort zahlreiche fröhliche Feste. Heute möchte sie sich wieder stärker engagieren, denn aus ihrer Sicht fehlt es zunehmend an Gemeinschaft. Auch Bille-Lotsin Ute Pohlmann sieht Handlungsbedarf: „Man lebt nebeneinan derher und kennt sich kaum.“ Neu Eingezogene hätten meist viele Fragen. „Dafür sind wir Bille-Lotsen da.“ Künftig sollen neue Mitglieder einen Hinweis bekommen, wenn es in ihrer Nähe einen Lotsen gibt.

Jürgen Burmester aus Bergedorf-West engagiert sich aus persönlicher Motivati on. Berichte über zunehmende Einsam keit hätten ihn „wach werden lassen“. Wenn er von jemandem wisse, der sehr allein sei, würde er ihn ansprechen. „Klar, wer nicht aus seiner Hütte herauskommt, wird einsam.“ 

„Von den Kriegen in der Welt bis zur wachsenden Einsamkeit in den Quartieren: Viele Mitglieder erzählen mir, dass sie die täglichen Nachrichten bedrückend finden“, sagt Sabine Brahms, Ansprechpartnerin für QuartierMitWirkung. „Aber wir können auch in kleinen Schritten etwas bewirken. Nicht mutlos werden – das ist meine Devise.“ Die Bille-Lotsen, meint sie, seien ein tolles Beispiel dafür.

Projekt mit Perspektive 
Die Veranstaltung endete in einer angeregten, positiven Atmosphäre. Einsamkeit spielte an diesem Nachmittag keine Rolle. Damit das so bleibt, wollen die Beteiligten aktiv werden. Geplant ist, neue Mitglieder künftig gezielt auf Bille-Lotsen in ihrer Nähe hin zuweisen. Erste Engagierte gibt es bereits im Quartier Habermannstraße und in Bergedorf-West.